© 2016 – 2022 Hotellerie Nachrichten hotellerie.co.at
Gastro

Lokalkritik: Krawall am Naschmarkt

Die „Bar Krawall“ ist eine gelungene Melange aus Bar, Vinothek, Greißlerei sowie Bistrot. Hinter dem Konzept stehen Gastronom Hans Kilger und Winzer Uwe Schiefer. Kilger besitzt zwei Weingüter und züchtet Bisons in Siebenbürgen, Schiefer hat die Weinkarte mit eigenen und internationalen Gewächsen bestückt. Für das Tagesgeschäft sind drei Profis zuständig. Der Naschmarkt ist um einen kulinarischen Kraftplatz reicher.

Was man aus einer „kleinen Hütte“ mit einem kompromisslosen Qualitäts-Konzept machen kann, führt der „Urbanek“ seit Jahrzehnten vor. Er ist eine kulinarische Steh(greif)Bühne für Feintrinker und Genießer. Zahlreiche Köche, Gastronomen und Promis zählen zu den Stammgästen – Zilk kam gerne, Häupl wird seit seinem Rückzug von der aktiven Politik seltener gesehen. Die „Bar Krawall“ ist eine „größere Hütte“ mit einigen Sitzplätzen, zwei Stehtischen sowie einer Sitzreihe an der Längsseite mit Blick auf den oberen Teil des Marktes.

Wein und Bison

Weinkarte a la Uwe Schiefer. ©ML.

Der Münchner Gastronom Hans Kilger besitzt zwei Weingüter (Domaines Kilger), die naturnahe bewirtschaftet werden. Den Weinen wird jene Zeit gegeben, die sie brauchen – oft viele Jahre. In der Steiermark wird u.a. Morillon und Sauvignon Blanc gekeltert. Mr. Blaufränkisch Uwe Schiefer vinifiziert im Südburgenland auf dem Kilger-Terroir Blaufränkisch. Schiefer hat es „Spaß gemacht hier auch seine Vorstellungen von einer spannenden Weinkarte umzusetzen.“ Kilger, der neben den Weingütern auch fünf Gastronomie-Betriebe in der Steiermark führt, hat ein weiteres „Hobby“. Er züchtet Wild, Wasserbüffel und Bisons in Siebenbürgen.

Eingespieltes Trio

Haubenkoch Markus Leitgeb – er musste sein Haubenlokal sperren weil er kein Personal fand – verarbeitet nun die nachhaltigen Lebensmittel der Domaines Kilger zu schmackhaften Gerichten wie Ravioli, Gnocchi, Wasserbüffelgulasch oder Bisonleberkäs. Wie schmeckt Bison? Nach Wild und Rind, erstaunlich fein, mit ausgeprägtem Aroma. Auch Wasserbüffel, Yak und Wild werden in veredelter Form angeboten. Italienische Klassiker wie Kalamari oder Burattina runden das Angebot ab. Der Schinken vom Bison, welcher sich mit einer gemischten Platte empfiehlt, ist köstlich. Dass der Käse dabei von Lingenhel und das Brot vom Joseph stammt, ist ein weiterer Mosaikstein des Kilger’schen Qualitätskonzepts. Garanten für Qualität sind auch die beiden anderen Mitstreiter der Krawall Bar: Für die Weinberatung ist Sommelier Alexander Herwei zuständig, der u.a. bei Wein & Co und Del Fabro arbeitete. Ein profunder Kenner, der noch nach Jahren weiß, was man wo getrunken hat – und die Verkostungsnoten parat hat. Die Drinks schließlich mixt Adriano Iovene, den man aus dem Yohm kennt. Und ja: Hier ist sogar der Aperol gut. Dass diese hohe Qualität auch ihren Preis hat, haben muss, darf als bekannt vorausgesetzt werden.

Der Name Krawall leitet sich übrigens von der legendären Naschmarkt-Standlerin „Krawall-Minerl“ ab, die einst mit kerniger Stimme für Umsatz warb. Eine Werbung, die das Krawall definitiv nicht notwenig hat.

Bar Krawall

Mo – Sa: 11.00-22.oo

Nachmarktstand 975

1060 Wien

Facebook: Bar Krawall

Sind Sie auf Facebook? – Jetzt Fan von gastronews.wien werden!

Der Beitrag Lokalkritik: Krawall am Naschmarkt erschien zuerst auf Gastro News .wien.

Related posts

Neuer Italo-Hotspot: Osteria „Mangia e Ridi“

Neueröffnung Pumpui: Monteur Zotters feiner Tai

Mario Pulker: „Wir brauchen endlich Bedingungen, die Betrieben das Leben erleichtert“

Leave a Comment